Zusammenstehen und ein Zeichen der Versöhnung setzen

31. März 2026

Beim Besuch der deutschen und polnischen Außenminister Johann Wadephul und Radosław Sikorski am 30. März in Kreisau wurde deutlich, wie wichtig die deutsch-polnische Freundschaft auch heute ist.

Die Außenminister Deutschlands und Polens, Johann Wadephul und Radosław Sikorski, zu Besuch in Kreisau. Bildrecht: Daria Moneta.

35 Jahre nach der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Freundschaftsvertrags kamen sie an einem Ort zusammen, der wie kaum ein anderer für Erinnerung, Mut und Verständigung steht. Kreisau erinnert nicht nur an den Widerstand des Kreisauer Kreises gegen den Nationalsozialismus, sondern auch an die Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen. Besonders die deutsch-polnische Versöhnungsmesse vom 12. November 1989 mit Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl bleibt ein starkes Symbol für die Wiederannäherung beider Länder.

Besonders wertvoll ist, dass bei diesem Besuch auch die Gründung der Kreisau-Initiative im Jahr 1989 und der Stiftung Kreisau im Jahr 1990 gewürdigt wurde, aus der die Internationale Jugendbegegnungsstätte hervorgegangen ist. Ein Ort, der bis heute Brücken baut: zwischen jungen Menschen, zwischen Ländern und für ein gemeinsames Europa. Vor Ort konnten Wadephul und Sikorski selbst mit jungen Menschen sprechen.

Die Außenminister Deutschlands und Polens, Johann Wadephul und Radosław Sikorski, sprechen in Kreisau mit jungen Menschen. Bildrecht: Daria Moneta.

Wie wichtig das demokratische Bemühen der Zivilgesellschaft sei, betonte Wadephul in seinem Statement: „Kreisau steht dafür, wie entscheidend es […] stets auf das persönliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, auf mutige Entscheidungen einzelner ankommt. Der Kreisau-Initiative […] ging es von Anfang an darum, Grenzen zu überwinden. Deutsche, polnische, europäische Begegnung an einem Ort möglich zu machen […].“

In politisch und gesellschaftlich angespannten Zeiten in Europa, insbesondere während des noch immer andauernden russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, wird sichtbar, wie wertvoll Freundschaft, europäischer Zusammenhalt und gelebte Solidarität sind.

Kreisau erinnert uns daran: Demokratie, Frieden und Versöhnung sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen immer wieder neu gestaltet werden. Gemeinsam. Und genau deshalb sind Bildungsprojekte für junge Menschen so wichtig. Denn durch diese lernen sie, die Demokratie von morgen aktiv mitzugestalten.

Das gesamte Statement von Johann Wadephul.

Bilder: © Daria Moneta | Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung