Lothar König (1906-1946)

„Wenn man will, kann man alles“, war eine der Maximen Königs. Für eine Sache, die ihm wertvoll erschien, war er jederzeit einsatzbereit. Wenn sich ihm Schwierigkeiten in den Weg stellten, forderten sie nur seinen Mut und sein Organisationstalent heraus.

Lothar König wurde am 3. Januar 1906 als ältester Sohn des Kaufmanns Paul König und seiner Frau Elisabeth in Stuttgart geboren. Sein Vater fiel kurz nach Ausbruch des 1. Weltkrieges.

Bereits 1919 schloss sich König dem von Jesuiten geführten Jugendbund Neudeutschland an, in dem er von 1922-1924 als Gaugraf wirkte.

Nach seinem Abitur trat König in den Jesuitenorden ein und studierte an der Ordenshochschule Berchmannskolleg in Pullach bei München Philosophie. Von 1929-1933 widmete er sich dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität München und beendete dieses mit dem Assessorexamen. Danach studierte König in Valkenburg/Holland und Frankfurt und promovierte zusätzlich magna cum laude zum Dr. phil. in München. 1936 wurde Lothar König durch Kardinal v. Faulhaber in München zum Priester geweiht und wurde zum Professor für Kosmologie am Berchmannskolleg ernannt.

In den folgenden Jahren wurde er als „Sekretär“ zur unentbehrlichen Stütze und zum engsten Vertrauten des Ordensprovinzials Rösch. Königs Engagement galt vor allen Dingen der Abwehr von nationalsozialistischen Übergriffen gegen Einrichtungen der Kirche und ihrer Orden. Sein Wirken in dem bei der Fuldaer Bischofskonferenz gebildeten „Ausschuss für Ordensangelegenheiten“ wurde auch von der Überzeugung geprägt, härter in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus vorzugehen. König versuchte durch energische Überzeugungsarbeit so manchen Bischof von einer eher zögerlichen Kritik dem Regime gegenüber zu dieser härteren Haltung zu bewegen. Mit seiner Energie und Hartnäckigkeit übernahm König eine Führungsrolle im kirchlichen Kampf gegen den Nationalsozialismus und wurde einer der bedeutendsten Männer des katholischen Widerstandes.

Auf Veranlassung Röschs kam König 1942 zum Kreisauer Kreis. Er übermittelte Nachrichten und Dokumente und nahm an zahlreichen Begegnungen des Kreises teil.

Nach dem 20. Juli 1944 erfuhr König, dass sein ständiger Gesprächspartner aus dem Kreisauer Kreis, Peter Yorck von Wartenburg, im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler verhaftet worden war. In letzter Minute gelang es ihm, vor der Gestapo zu fliehen und der drohenden Verhaftung zu entgehen. Bis Kriegsende blieb er trotz polizeilicher Fahndung unentdeckt. Zeitweise verbarg er sich im Kohlenkeller des Berchmannskollegs.

Kurz nach dem Krieg, am 5. Mai 1946, starb Lothar König an den Folgen einer schweren Krankheit, die er sich 1944/45 zugezogen hatte, aber aufgrund der Verfolgung durch die Nazis nicht ärztlich behandelt werden konnte.