Alfred Delp (1907-1945)

Alfred Delp wurde am 15. September 1907 in Mannheim als ältestes von sechs Geschwistern geboren und wuchs in Südhessen auf. Er stammte aus einer konfessionell gemischten Familie.

Katholisch getauft, mußte er auf Anordnung seines Vaters, des Krankenkassenbeamten Friedrich Delp, in Lampertheim die evangelische Volksschule besuchen. Geprägt wurde er jedoch durch die katholische Frömmigkeit seiner Mutter Maria Delp, geb. Bernauer. Nach einem Konflikt mit dem evangelischen Ortspfarrer, der in einer Ohrfeige gipfelte, bestand Delp darauf, zur Erstkommunion und Firmung statt zur Konfirmation zu gehen. Anteil an dieser „Reversion“ hatte auch der katholische Pfarrer des Ortes, der dem jungen Delp die Aufnahme im Gymnasium in Dieburg sowie dem angeschlossenen bischöflichen Konvikt ermöglichte. Dort lernte er den katholischen Jugendbund „Neudeutschland“ kennen und wirkte als Gruppenleiter.

Nach dem Abitur wurde Delp Novize in der Gesellschaft Jesu. 1928 legte er die ersten Gelübde ab. Nach dem Studium am Berchmannskolleg in Pullach bei München wurde er Erzieher am Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch/Vorarlberg und St. Blasien im Schwarzwald.

Im Herbst 1934 begann Alfred Delp das Studium der Theologie in Valkenburg, Holland. Er veröffentlichte sein erstes Buch „Tragische Existenz“ - eine Auseinandersetzung mit der Philosophie Heideggers. 1936 wechselte er zur weiteren Ausbildung nach St. Georgen in Frankfurt am Main.

Am 24. Juli 1937 empfing Delp von Michael Kardinal Faulhaber in der St. Michaelskirche in München die Priesterweihe. Nach dem Abschluss der theologischen Studien bewarb er sich um eine Immatrikulation an der Philosophischen Fakultät der Universität München. Diese wurde Ende Juli 1939 negativ beschieden: „Die Zulassung des Angehörigen des Jesuitenordens Alfred Delp zur Doktorprüfung an der philosophischen oder in der staatswissenschaftlichen Fakultät (kann) nicht genehmigt werden.“

Im Juli 1939 begann der junge Theologe eine regelmäßige Mitarbeit bei den „Stimmen der Zeit“, der Zeitschrift der Jesuiten. In seinen Beiträgen beschäftigte er sich besonders mit sozialen Fragen in Wirtschaft und Politik. Ende 1940 begann Delp eine enge Zusammenarbeit mit der „Hauptstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit“ in Fulda. Im April 1941 wurden die „Stimmen der Zeit“ durch die nationalsozialistischen Herrscher verboten. Delp übernahm daraufhin als Pfarrektor die kleine Kirche St. Georg in München-Bogenhausen.

Im Frühjahr 1942 nahm Alfred Delp, vermittelt durch seinen Provinzial, Pater Augustin Rösch, Kontakt zur Gruppe der Kreisauer auf. In diesem Kreis erläuterte er die wesentlichen Punkte der katholischen Soziallehre. Seine Überlegungen flossen in die Kreisauer Grundsatzerklärungen ein. Daneben arrangierte er Gespräche der Kreisauer mit führenden Kirchenvertretern und stellte seine Wohnung für heimliche Treffen zur Verfügung. Nach dem Attentat auf Hitler durch Claus von Stauffenberg wurde Delp am 28. Juli 1944 unmittelbar nach dem Morgengottesdienst in Bogenhausen verhaftet. Die folgenden Monate waren eine Zeit qualvoller Verhöre durch die Gestapo.

Seine letzten Gelübde legte er, trotz Drohungen der Gestapo, am 8. Dezember 1944 im Gefängnis ab. Alfred Delp wurde am 11. Januar 1945 vor dem Volksgerichtshof unter Vorsitz des Richters Roland Freisler zum Tode verurteilt und in der Frühe des 2. Februar 1945 in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee gehängt.