Sport schlägt Brücken

24 Deutsche und Polen - 8 Tage - 1 Thema: Sport!

Was bedeutet der Sport für mich? Für die Gesellschaft? Für die Geschichte? Was bedeutet Adam Małysz für die Polen und Jürgen Klinsmann für die Deutschen?

In der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Kreisau haben 8 Tage lang Jugendliche aus Deutschland und Polen über Sport diskutiert, Sport getrieben, Spitzensportler interviewt und ein europäisches Basketballspitzenspiel besucht. 

Inzwischen ist auch eine Broschüre erschienen, die über diese aufregenden Tage berichtet.

Grußwort von Sönke Wortmann

Liebe Sportsfreundinnen und Sportsfreunde,

Kreisau ist ein Ort der Begegnung. Ein Ort, an dem sich Junge und Alte, Deutsche und Polen, Sportler und Sportlerinnen begegnen. Bei dem Projekt "Sport schlägt Brücken" treffen sich junge Menschen, um gemeinsam über den Sport zu diskutieren, Sport zu treiben, sich dabei kennen zu lernen und neue Freundschaften aufzubauen.

Dass sich in Kreisau 24 Jugendliche treffen, um nicht nur am Vormittag zusammenzuarbeiten, sondern 24 Stunden ein Team bilden, arbeiten und eine Publikation erstellen, begeistert mich. Den Ergebnissen dieses Projekts sollte unsere Aufmerksamkeit gelten.

Wenn sich junge Menschen dabei mit Filmen auseinander setzen und diese als einen Beitrag der Verständigung ansehen, so freut mich das ganz besonders. Filme können dabei eine Anregung sein, um sich auch mit den persönlichen Geschichten der Väter und Mütter, der Großväter und Großmütter zu beschäftigen. Sie können verbindend wirken.

Das Sommermärchen in Deutschland 2006 ist dabei ein gutes Beispiel, wie Sport zu einem Bindeglied der Gesellschaft werden kann. Es hat mich dabei gefreut, diese Entwicklung hautnah begleiten zu können. Polen und der Ukraine würde ich für die Europameisterschaft 2012 eine ähnliche positive Energie und ein großes Fußballfest wünschen. Damit dies gelingt ist es schon jetzt wichtig, dass deutsche, polnische und ukrainische Jugendliche sich kennen lernen und sich so immer mehr auf die EM 2012 in ihren Ländern freuen können. Dass sich Jugendprojekte dabei nicht nur mit den glänzenden Seiten des Sports, sondern auch mit den leider zu oft vorkommenden Begleiterscheinungen, wie Gewalt und Rassismus auseinandersetzen, halte ich für außerordentlich wichtig. Der Sport muss ein verbindendes Element bleiben! Hier Zeichen für einen fairen Umgang im ‚Sport und im Leben’ zu setzen, ist ein wichtiges Ziel der Kreisau-Initiative, das ich von Herzen unterstütze.

So wünsche ich dem Projekt "Sport schlägt Brücken", den beteiligten Jugendlichen, der Kreisau-Initiative Berlin e.V., der F.C. Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz sowie der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung ein gutes Gelingen des Projekts und hoffe, dass solche Projekte auch in Zukunft die positive Kraft des Sports nutzen werden, um Brücken zwischen West und Ost, zwischen Alt und Jung sowie zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schlagen.

Herzlich, Ihr
Sönke Wortmann

Idee und Hintergrund

Sport verbindet und trennt. Überall auf der Welt wird über Sport geredet und diskutiert, für viele Jugendliche stellt er einen zentralen Bestandteil ihres alltäglichen Lebens dar. Doch was wissen Jugendliche über den Sport? Der Sport als nationaler Mythos; Sport in der Geschichte; Sport und Gewalt. Diese Themen sollen deutsche und polnische Jugendliche in einer Woche in Kreisau diskutieren und sich dabei über den Sport näher kennen lernen. Nach dieser Woche werden die Deutschen Adam Małysz, die Polen Helmuth Rahn kennen und alle gemeinsam werden den verbindenden Spaß am Sport entdeckt und eine spannende Publikation zum Sport erstellt haben.

Die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat gezeigt wie sehr der Sport Einfluss auf eine Gesellschaft haben kann und wie stark über den Sport das Bild eines Landes geprägt wird. Nachdem Polen und die Ukraine 2012 die Europameisterschaft gemeinsam ausrichten werden, sind ähnliche Entwicklungen auch dort zu erwarten. Fragen, inwieweit ein solches Großereignis einer Gesellschaft "neuen Mut" geben kann oder ob ein übersteigerter Nationalismus transportiert wird, werden spannende Diskussionen zwischen den Jugendlichen anstoßen. Der Sport stellt aber nicht nur eine Chance für jeden Einzelnen und die gesamte Gesellschaft dar. Viele mit dem Sport verbundene Gefahren werden gerne unterschätzt. Der Hooliganismus ist gerade in Polen sehr ausgeprägt, aber auch in bestimmten deutschen Regionen ein großes Problem. Das Thema Doping wurde im Zuge der Tour de France ausgiebig diskutiert, doch wie erklärt sich dabei das Verhalten der verschiedenen Akteure? Die Suchtgefahr bspw. von Sportwetten wird kaum wahr genommen, und nur sehr punktuell werden Themen wie Sexismus im Sport diskutiert. Den Jugendlichen soll im Rahmen des Projektes durch exemplarisches Lernen das weite Spektrum des Sports aufgezeigt werden.

Für die Mitglieder des Kreisauer Kreises war es wichtig alle Lebensbereiche in ihre Überlegungen zu integrieren. Adolf Reichwein, einer der Pädagogen des Kreisauer Kreises, forderte unter anderem ein Lernen mit "Kopf, Herz und Hand". Die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Kreisau verfolgt mit ihren verschiedenen Projekten diesen handlungsorientierten Ansatz. Diese Methodik führt dazu, dass sich viele Jugendliche an den Diskussionen beteiligen, da nicht nur über einen kognitiven Ansatz gearbeitet wird. Gemeinsam werden die Jugendlichen im Laufe der Begegnung eine Publikation entwickeln, die ihre Sicht auf die verschiedenen Themen darstellt und für andere Jugendliche ansprechend vermittelt, so dass ein hoher Verbreitungsgrad der Projektidee und -ergebnisse erreicht wird.

Partner

Die F.C. Flick-Stiftung wird gemeinsam mit der Kreisau-Initiative Berlin e.V. und der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung das Konzept für "Sport schlägt Brücken" weiter entwickeln und durchführen. Die drei Partner haben schon verschiedene innovative Projekte in einer sehr produktiven Zusammenarbeit durchgeführt und wollen somit dieses "Erfolgstrio" weiter fortführen.

In Kreisau treffen sich Jugendliche aus verschiedenen Ländern, um gemeinsam zu diskutieren und sich kennen zu lernen. Bei vielen verschiedenen Begegnungen hat sich der Sport als eine wunderbare Brücke zwischen den Nationen erwiesen. Aus diesem Grund soll der Sport und mit ihm verbundene Themen beim Projekt "Sport schlägt Brücken" im Mittelpunkt stehen.Das Projekt wird in Zusammenarbeit von F.C. Flick-Stiftung, Kreisau-Initiative Berlin e.V. und der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung mit Unterstützung der Aktion Mensch / die Gesellschafter und dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk durchgeführt.

Projektkoordination

Mareike Mischke

Kreisau-Initiative e.V.
c/o Allianz AG
An den Treptowers 3
12435 Berlin

Tel.: +49-30-53 83 63 65
Fax: +49-30-53 02 79 23

Schirmherr

Sönke Wortmann
Sönke Wortmann
Sport schlägt Brücken