Once upon today... in Europe

18+

29

DE, PL + 4 x Europa

Once upon today... in Europe ist ein Training für Multiplikator*innen der historisch-politischen non-formalen Bildung und eine internationale Begegnung für Jugendliche aus Deutschland, Estland, Moldau, Rumänien, Polen und der Ukraine.

Die Teilnehmer*innen tauschen sich in einem transnationalen Dialog über historische Narrative in und über Europa aus. Sie lernen unterschiedliche Zugänge zu einer Bildungsarbeit zu historischen Narrativen kennen und erarbeiten sich Methoden, die einen Austausch der Erinnerungskulturen in Europa befördern.

Während der Begegnung erarbeiten die Teilnehmer*innen, welche Berührungspunkte zwischen ihren eigenen Biographien und den historischen Narrativen bestehen. Als produktiver Ausgangspunkt dienen dabei insbesondere Leerstellen im jeweiligen kollektiven Gedächtnis. Diese betreffen beispielsweise die Ausblendung der Erfahrungen von Minderheiten und gesellschaftlicher Vielfalt oder mangelndes Verständnis für die Bedeutung konkreter historischer Ereignisse für andere Menschen und Gemeinschaften. Teilnehmer*innen beleuchten die aktuelle Situation in den Partnerländern, um sich über unterschiedliche historische Erfahrungen, Deutungen und die Möglichkeit geteilter europäischer Erinnerungen auszutauschen.

Die Konzeption des Trainings und die Zusammensetzung der Partnerländer verweist dabei auf drei Ebenen, die für den Austausch zwischen Erinnerungskulturen in Europa notwendig sind: Eine individuell-biographische Perspektive, eine Binnenperspektive der jeweiligen Erinnerungsgemeinschaften und der Austausch zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und ihren Partnerländern. Auf diese Weise wird deutlich, dass durch die Erzählung von Geschichte immer auch Fragen von Zugehörigkeit und Abgrenzung in der Gegenwart verhandelt werden.

Die Leitfragen sind dabei: Welche Erzählungen von Europa nehmen die Teilnehmer*innen wahr? Welche Erzählungen sind dominant bzw. welche Erfahrungen werden nicht repräsentiert? Welche Wirkmächtigkeit und welche Konsequenzen haben diese Erzählungen aus Sicht der Teilnehmer*innen? Welche methodischen Ansätzen braucht es, um mit Jugendlichen in den unterschiedlichen Ländern in einer Weise zu arbeiten, die junge Europäer*innen zusammen führt?

Aus dem Training entwickeln sich Mikroprojekte, die von den Teilnehmer*innen im Anschluss in den jeweiligen Einrichtungen durchgeführt, auf einem Projektblog dokumentiert, fortlaufend aktualisiert und über einen Online-Austausch reflektiert werden.

Projektaufbau 2016

Vorbereitungstreffen, 05.-07.02.2016
Zum Vorbereitungstreffen trafen sich alle Partnereinrichtungen von "Once upon today... in Europe" für ein Wochenende in Berlin, um das anstehende Training und die Jugendbegegnung sowohl inhaltlich als auch organisatorisch zu planen.

Training, 15.-21.04.2016
"Once upon today... in Europe" besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil stellt ein Multiplikatoren*innentraining dar, zu dem 29 Fachkräfte der Jugendarbeit aus Estland, Deutschland, Moldau, Polen, Rumänien und der Ukraine eingeladen sind. Während des Trainings beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit historischen Narrativen über Europa, die in verschiedenen lokalen, nationalen sowie Gedächtnisgemeinschaften existieren. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen und Methoden aus und entwickeln neue Ansätze für die Arbeit mit Jugendlichen.

Mikroprojekte
Nach dem Training nutzen die Fachkräfte ihre neu gewonnene Expertise um Projekte mit Jugendlichen in ihren Heimatstädten durchzuführen. Diese Projekte haben zum Ziel bisher unbekannte Geschichten, die mit den Städten/Regionen der Teilnehmer*innen verbunden sind, aufzudecken und zu dokumentieren (in Form von Kurzfilmen, Fotostrecken, Zeitzeugen*inneninterviews, Kurzgeschichten etc.).

Jugendbegegnung, 03.-08.10.2016
Im Anschluss kehren ausgewählte Teilnehmer*innen des Trainings mit jeweils vier Jugendlichen aus jedem Land zu einer internationalen Jugendbegegnung zurück in die Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau/Krzyżowa. 24 Jugendlichen aus Estland, Deutschland, Moldau, Polen, Rumänien und der Ukraine stellen sich gegenseitig ihre Projekte, die sie zuvor in ihren Heimatländern durchgeführt haben, vor. Darüber hinaus haben sie die Gelegenheit sich in einer interkulturellen Atmosphäre während Workshops, Inputs, Ausflügen und Freizeitaktivitäten kennenzulernen

Ziele des Projekts

  • Erzählen von Geschichten, die in lokalen, nationalen oder anderen Erinnerungsgemeinschaften exisitieren, um deren identitätsstiftende Wirkung auf Europäer_innen zu ergründen
  • Verfolgen eines multiperspektivischen und verflechtungsgeschichtlichen Ansatzes
  • Entwicklung von Methoden für die historisch-politische Bildungsarbeit.

Partner und Förderer

Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, Polen
The History Meeting House, Warschau
Geschichtsinstitut, Universität Tallinn
Stiftung Unitas, Tallinn
Evangelische Akademien in Deutschland
The National Association of Young Historians of Moldova (ANTIM)
Educational Initiatives Centre, Lemberg
Stiftung ChangeLog, Mykolajiw

Kofinanziert wird das Projekt durch das EU-Programm Erasmus+.