Das Kreisauer Modell

Die Idee
Der Kreisauer Kreis entwickelte ein Gesellschaftskonzept mit der Absicht, alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen und nationalen Herkunft oder Andersartigkeit zu integrieren. Für die aktuelle Arbeit der Kreisau-Initiative und der Stiftung Kreisau sind die Menschenrechte, die Partizipation eines jeden Einzelnen an der Gestaltung demokratischer, sozialer Staaten sowie die europäische Einheit, die Achtung und Akzeptanz für die menschliche Heterogenität und die humanistische Grundhaltung richtungsweisend. Hier bezieht sich die heutige Arbeit für die europäische Verständigung auf die Konzepte des Kreisauer Kreises um Helmuth James von Moltke und Adolf Reichwein.
Die jahrelange Erfahrung der Kreisau-Initiative und der Stiftung Kreisau im Bereich der internationalen Jugendbegegnung zeigt, dass sich der internationale Jugendaustausch fast ausschließlich auf Nichtbehinderte beschränkt. Unsere Projektpartner und andere Partnerorganisationen führen an, dass den integrativen Jugendbegegnungen wiederum die europäische Dimension fehlt. Hier setzt das Kreisauer Modell an.
Mit einer besonderen programmatischen Schwerpunktsetzung versuchen Kreisau-Initiative und Stiftung Kreisau seit mehreren Jahren diesem Desiderat entgegenzuwirken. So wurden zwei deutsch-polnische Modellprojekte entwickelt, bei denen Menschen mit Lernbehinderungen die Zielgruppe bilden. Das Projekt Fachaustausch für lernbehinderte Jugendliche gewann den Preis "Jugend MitVerantwortung" des DPJW und wurde als innovativstes Projekt im Jahr 2006 ausgezeichnet. Das integrative Projekt Fair Life gewann den Preis "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2005" und den Nationalen Förderpreis des Programms "Jugend und Zukunft". Diese positiven Erfahrungen sollen evaluiert und ausgeweitet werden.
Es gibt bisher keine überzeugenden Fortbildungsmodelle, die die beiden Bereiche – internationale Jugendbegegnung und Integration von behinderten Jugendlichen – miteinander verbinden. Gleichzeitig gibt es immer noch nicht genügend Organisationen in Osteuropa, die inter-nationale Projekte im Bereich der internationalen Qualifizierungs- maßnahmen verbreiten könnten. Diese Fortbildungsmaßnahme gilt daher auch als Vehikel zu Stärkung und Ausbau bestehender Vernetzungs- und Beratungsstrukturen vor allem in den osteuropäischen Teilnehmerländern. Durch die Verbreitung des Kreisauer Modells mit der Idee des integrativen Austausches durch unsere osteuropäischen Partner, die in ihren jeweiligen Ländern zu den relevanten Akteuren in ihrem Bereich gehören, erfolgt ein Ausbau der bisherigen Strukturen mit unterschiedlichen Partnern. So werden sowohl Organisationen aus dem Bereich der Selbsthilfe als auch der Behinderten- und Jugendarbeit erreicht.
Basierend auf der während der ersten Konferenz ausgearbeiteten, modularisierten Maßnahme der internationalen und integrativen Jugendbegegnung soll eine Fortbildungsmaßnahme entstehen für Menschen, die haupt- und ehrenamtlich in den Behindertenselbsthilfe-organisationen sowie in der Behinderten- und internationalen Jugendarbeit tätig sind.
Unsere Projektpartner
Polen
Fundacja Krzyżowa dla Porozumienia Europejskiego
(Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung)
Dolnośląskie Stowarzyszenie Pomocy Dzieciom i Młodzieży z MPDz - Ostoja (Niederschlesische Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe)
Deutschland
Berufsverband der Heilpädagogen (BHP)
Tschechien
Detske zentrum "paprsek" (Kinderzentrum Sonnenstrahl)
Österreich
Projektkoordination
Daniel Wunderer
Kreisau-Initiative Berlin e.V.
c/o Allianz AG
An den Treptowers 3
12435 Berlin
Tel.: +49-30-53 83 63 63
Fax: +49-30-53 02 79 23
Teamertraining 07.03. - 13.03.2010
Zur Förderung der Idee des integrativen Austauschs findet vom 07.03.-13.03.2010 ein internationales Training in der Jugendbegegnungsstätte Kreisau/Krzyżowa statt.
Das Training im März 2010 ist ein BASIC-Kurs, im Februar 2011 wird die Fortsetzung als ADVANCED-Training angeboten
Ausschreibung Kreisauer Modell: BASIC 2010
Programm Training: BASIC 2010
Anmeldeformular Training BASIC 2010
Polska Wersja
Die Publikation zum Kreisauer Modell (pdf 1,0 MB)


