Geschichten - Gesichter - Generationen

Erzählcafé der Kreisau-Initiative Berlin e.V.

Unter dem Motto "Geschichten – Gesichter – Generationen" werden individuelle Erinnerungen und Lebensperspektiven unterschiedlicher Generationen miteinander verwoben. Zeitgeschichte wird lebendig, anschaulich und greifbar. Damit wird ein Bogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gespannt.

Entscheidend ist, dass sich alle dabei einbringen können. So wird ein intergenerativer Erfahrungsaustausch ermöglicht, der neue Perspektiven eröffnet und zum Nachdenken anregt. Unser Erzählcafé ist also weder eine Podiumsdiskussion noch ein Zeitzeugengespräch, sondern vielmehr ein generationenübergreifender Gedankenaustausch.

So entsteht eine Plattform zum Austausch für Vereinsmitglieder und andere Interessierte. Je nach thematischem Schwerpunkt sollen immer wieder interessierte Menschen aus anderen Kontexten zu Wort kommen, um inhaltlich differenzierte Debatten rund um das „Projekt Kreisau“ zu führen.

Das Erzählcafé findet vier Mal im Jahr im Café Sibylle statt
(Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin), Beginn ist jeweils um 19:30.

Rückblick

Der Dialog der Generationen besitzt ein großes Potential...

Das 5. Erzählcafé der Kreisau-Initiative am 8. Februar 2010 widmete sich dem Thema Ehrenamt. Ein jüngerer und eine ältere ehemalige Freiwillige der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung erzählten von ihren persönlichen Erlebnissen aus dem Freiwilligenalltag.
Dabei wurde zum einen deutlich, dass Menschen, unabhängig vom Alter, vor ähnlichen Herausforderungen stehen, wenn sie einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren. Dabei können die Motivlagen durchaus vielfältig sein, was nicht unbedingt nur mit dem Alter zu tun haben muss. Während es für junge Menschen aus bestimmten Milieus heute fast selbstverständlich ist, nach der Schule eine zeitlang im Ausland zu leben, wurde aus den Erzählungen von Anna Athenstädt, der ersten Seniorenfreiwilligen in Kreisau, deutlich, dass mitunter sehr starke Vorbehalte gegenüber dem freiwilligen Engagement von Älteren bestehen. Beide Erzählenden waren sich jedoch darin einig, dass der Aufenthalt in Kreisau ein wichtiges Element ihrer Biographie war und sie in ihrer persönlichen Entwicklung vorangebracht hat.
Im Anschluss an die Erzählungen wurde anregend diskutiert. Die Geschichtsvermittlung im Freiwilligenalltag in Kreisau war dabei genauso Thema, wie die erwähnten unterschiedlichen Motivationen, einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Abschließend wurde die Frage aufgeworfen, welche Bedingungen in Kreisau selbst gegeben sein sollten, um den Ort für ältere Freiwillige langfristig attraktiv zu machen. Das Freiwilligendienste aller Generationen eine gewinnbringende Sache für das „Projekt Kreisau“ sind, welches in seinen Anfängen selbst sehr vom Dialog der Generationen profitiert hat, war dabei Konsens unter den Anwesenden.
Der Abend wurde abgerundet durch eine Präsentation des Projektbereiches „Dialog der Generationen“, bei der zwei intergenerative internationale Projekte in Kreisau vorgestellt wurden. Dies vermittelte abschließend einen lebendigen Eindruck von der intergenerativen Projektpraxis in Kreisau.

4. Erzählcafé am 5. Oktober 2009

Hier finden Sie den Ablaufplan sowie die Einführung in das Thema des Erzählcafés am 5. Oktober 2009 als pdf-Datei zum Download.

3. Erzählcafé am 15. Juni 2009

Polenbilder - Deutschlandbilder
Erzählungen gegenseitiger Wahrnehmung

Am 15.6. wurde ein Thema aufgenommen, welches gerade im Zuge großer politischer Debatten oft vernachlässigt wird. Die alltäglichen Erlebnisse im deutsch-polnischen Alltag, welche die deutsch-polnischen Beziehungen im Großen prägen, kamen zu Wort. Paweł Prokop vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk und Philip Goll, Autor der Zeitschrift polenplus erzählten ihre deutsch-polnischen Geschichten.

Im Rahmen der Erzählungen und bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Stereotypen und Klischees sowie die Vergangenheit alltägliche Beziehungen auch heute prägen. Das diese Unterschiede nicht einfach "entsorgt" werden können und in jeder Generation neu bearbeitet und abgebaut werden müssen, war ein Ergebnis der Diskussionsrunde. Ein probates Mittel dafür ist die konkrete Begegnung, die durch nichts zu ersetzen ist.

2. Erzählcafé am 23.2.09

Ost-West-Geschichten

Das Jahr 2009 steht in Deutschland ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls. Auch das zweite Erzählcafé der Kreisau-Initiative Berlin e.V. nahm sich dieses Themas an und stellte den Abend unter das Motto „Ost-West-Geschichten“. In den Erzählungen von Annemarie Cordes und Stephan Steinlein wurde aber ebenso deutlich, dass das Jahr 1989 für mit den deutsch-polnischen Beziehungen und insbesondere mit Kreisau verbundene Menschen noch weitere Anlässe für Jubiläen und Jahrestage zu bieten hat.

Michael Teffel, der die Veranstaltung erneut organisiert hatte und durch den Abend führte, bat zu Beginn Stephan Steinlein um seine Sicht auf die nun zwei Jahrzehnte zurückliegenden Ereignisse.

Steinlein, der die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung mitbegründet hat und heute das Büro von Bundesaußenminister Steinmeier leitet, verlegte die Akzente des Abends sogleich auf die Wiederentdeckung des Ortes Kreisau und des politischen Denkens der Kreisauer in der DDR der 1980er Jahre. Den Zuhörern wurde schnell klar, dass der Mauerfall und die deutsch-deutsche Annäherung, die Annäherung von Ost und West, die uns inzwischen auf den Weg einer Europäischen Einigung geführt hat, wesentlich mit dem zusammenhing, was Menschen in Ost und West damals wagten. Unter dem Einfluss von Wolfgang Ullmann, bei dem Steinlein damals Theologie studierte, entstand die Idee, im polnischen Dorf Krzyżowa – das günstig in der Nähe der deutsch-polnisch-tschechoslowakischen Grenze und zu dieser Zeit in einem der wohl liberalsten Staaten des Ostblocks lag – einen internationalen Ort der Begegnung zu schaffen. Für den Erzähler war 1989 ein wirkliches Jahr der Wende, da sich sein Engagement für die Aktualisierung des politischen Denkens der Kreisauer in die konkrete Aktion einer Gruppe vieler Menschen aus unterschiedlichen Ländern wandelte.

Annemarie Cordes, die die Kreisau-Initiative Berlin 1989/90 mitbegründet hatte, nahm an dieser Stelle den Faden auf und berichtete aus ihrer (Westberliner) Perspektive. Auch wenn sie selbst als Jugendbildungs-referentin im Berliner Haus Kreisau mit der Kreisau-Thematik bereits länger vertraut war, war ihr der in Polen gelegene Ort doch recht fern. Erst durch einen Anruf aus Polen wurde sie wirklich hineingezogen, als die Möglichkeit bestand, das ehemalige Gut Kreisau zu kaufen. Cordes und ihre Westberliner Freunde, darunter der Moltke-Biograf Jochen Köhler, wollten gleich die Chance ergreifen und sammelten in Deutschland Geld für dieses Vorhaben. Zu diesem Zweck wurde ein Verein gegründet - die Kreisau-Initiative Berlin.

Das für alle denkwürdigste Ereignis scheint aber die Begegnung am Tag nach dem Fall der Mauer gewesen zu sein. Zum Treffen des vorläufigen Vereinsvorstandes standen überraschend auch einige Ostberliner Freunde vor der Tür. Die Kreisau-Initiative wurde damit von Anbeginn an und ohne Quoten vereinbart zu haben ein lebendiger, gesamtdeutscher Verein.

Nach diesen beiden einleitenden Erzählungen gestaltete sich der Abend etwas informeller. Mit der Frage „Wie haben Sie den 9. November 1989 erlebt?“ gab der Moderator zwar einen konkreten Einstieg für das Gespräch in kleinen Gruppen vor, doch dieses Thema bot sich geradezu ideal an, auch auf das heutige Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland einzugehen.
Trotz einer auf 22.30 Uhr hinausgeschobene Schließzeit des Cafés konnten die Erzählungen kaum zum Ende gebracht werden und wurden teilweise auf dem Heimweg fortgesetzt.

Bernd Böttcher

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1. Erzählcafé am 3.11.2008

Workcamp, Sommerlager & Co.

Internationale Arbeitseinsätze haben eine lange Tradition. Dabei verbinden Veranstalter die unterschiedlichsten Ziele mit dem Begegnungsformat „Workcamp“: Ehrenamtliches Engagement an einem konkreten Projekt, interkulturelles Lernen, Beschäftigung mit der Geschichte oder Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Zahlreiche Organisationen bieten Interessierten die Möglichkeit, an internationalen Arbeitseinsätzen im In- und Ausland teilzunehmen. Allein in Deutschland schreiben über 20 größere Institutionen unter verschiedenen thematischen Schwerpunkten jedes Jahr Workcamps für das In- und Ausland aus.

Wo kommt die Idee „Workcamp“ her? Wie haben diese internationalen Arbeitseinsätze das Leben der Teilnehmenden geprägt? Wie hängen Workcamps mit der jeweiligen politischen Situation zusammen? Inwieweit lassen sich die erklärten Ziele wirklich in die Tat umsetzen? Sind Workcamps heute noch ein attraktives Begegnungsformat?

Diese und andere Fragen standen über dem ersten Erzählcafé der Kreisau-Initiative, das am 3. November 2008 im Berliner Café Sibylle stattfand. Über 24 Interessierte – neben KI-Mitgliedern auch WorkcampteilnehmerInnen verschiedener Organisationen und andere Gäste – waren gekommen, um in entspannter Atmosphäre miteinander zu diskutieren.

Die Gäste des ersten Erzählcafés konnten nach einem Rückblick von Ludwig Mehlhorn auf Eugen Rosenstock-Huessy und die Ursprünge des Kreisauer Kreises in der Bewegung der Schlesischen Arbeitslager, den spannenden Geschichten von Karin Bürger lauschen, die von den Anfängen der Stiftung Kreisau in den 1990er Jahren und den Workcamps zum Wiederaufbau berichtete. Bereichert wurde diese Kreisauer Perspektive durch Erzählungen von Engagierten der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ und des „Service Civil International“. Im anschließenden informellen Teil bestand dann die Möglichkeit, sich wiederzusehen, andere Organisationen kennen zu lernen und inhaltlich weiter zu diskutieren.

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Projektkoordination

Michael Teffel
Kreisau-Initiative Berlin e.V.
c/o Allianz
An den Treptowers 3
12435 Berlin

Tel.: +49-30-53 83 63 63
Fax: +49-30-53 02 79 23

Erzählcafé der Kreisau-Initiative Berlin

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Gäste des Erzählcafés
Postkarte zum 1. Café
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Postkarte zum 2. Café
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Postkarte zum 3. Café
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