Integrative Angebote in der Internationalen Jugendarbeit

Dt.-Poln. Jugendforum / Kreisauer Maikonferenz 2007

Vom 17. bis 20. Mai 2007 kamen in diesem Jahr kamen über 100 Interessierte sowie Freunde und Freundinnen in Kreisau zusammen, um von gelungenen Projekten zu hören, Fachliches zu diskutierten und neue Ideen zu entwickeln.

Der Eröffnungsvortrag von Ekkehard Geiger stellte ein Motto des Kreisauers Adolf Reichwein in den Mittelpunkt: "Wert und Wirksamkeit jeder Erziehungsgemeinschaft ist untrüglich am Stande ihrer Sorgenkinder abzulesen." Die Fragen danach, wie die "Sorgenkinder" der Gesellschaft integriert werden können und welche Schwierigkeiten sich dabei bisher ergeben, wurden weiter diskutiert.

Im Weiteren stellte der Freiburger Pädagoge Geiger Adolf Reichwein als einen "religiösen Sozialisten" und "fliegenden Professor" vor, dessen pädagogische Konzept davon ausging, dass der Pädagoge zwar ein Vorbild für die Schülerinnen und Schüler sein solle, aber nicht "über ihnen" steht. Für die Integration von Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Schichten und mit unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen forderte er ein integratives Lernen mit Kopf, Herz und Hand.

Nach diesem Kreisauer Einstieg stellte am Freitag Doris Lemmermeier, die Geschäftsführerin des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes, in ihrem Eröffnungsvortrag fest, dass es unsere "verdammte Pflicht und Schuldigkeit" sei, Menschen mit Behinderung in den Jugendaustausch zu integrieren. Joachim Schröder aus Frankfurt erläuterte inwieweit Begegnungen mit Jugendlichen mit Benachteiligung bzw. Behinderung "Begegnungen unter erschwerten Bedingungen" seien. Er verwies darauf, dass es keine konsensfähige Definition von Benachteiligung gebe und schlug selbst folgende Definition vor: "Benachteiligungen entstehen an den Nahtstellen von Lebenswelten und Systemen." Um gelungene Begegnungen zu initiieren forderte Schröder: a) eine Annäherung an ausgegrenzte Lebenswelten, b) das Gefühl zu vermitteln gebraucht zu werden, c) Freizeitinteresse fördern und d) soziale Bezüge herzustellen.

Am Nachmittag wurden den Teilnehmenden  Best Practice Projekte vorgestellt. Die Kreisau-Initiative hatte dabei die Ehre, den Deutsch-Polnischen Fachaustausch und Fair Life präsentieren zu dürfen. Bei einem ausgewogenen Podiumsgespräch wurden fünf verschiedene Perspektiven auf den internationalen Austausch mit Benachteiligten vorgestellt. Neben vielen aufgeworfenen Ideen und Aspekten wollten die Moderatoren dem Statement von Dr. Ungoreit (Rektor der Annedore-Leber-Schule) "Wenn wir einen retten, retten wir die ganze Welt" nichts hinzufügen.

Am Samstag fand der traditionelle ökumenische Gottesdienst statt. Anschließend hielt Malgorzata Gorący einen Vortrag zu integrativer Pädagogik und ihrer Situation in Polen. In kleineren Arbeitsgruppen gab es danach die Möglichkeit, an konkreten Projekten oder Methoden zu arbeiten. Viele Ideen der Abschlusspädagogik könnten hier genannt werden. Das Fazit der Gruppe zum Kreisauer Modell kann als Zusammenfassung und Überschrift für die Konferenz stehen: "Sonderpädagogik ist Pädagogik und nichts Anderes!!"

Projektkoordination

Sabine Schmalzried

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Kooperationspartner

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Schirmherrschaft

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Mitglied der Europäischen Kommission

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