Die Dauerausstellung in Kreisau
Eröffnung der Dauerausstellung
"In der Wahrheit leben - Aus der Geschichte von Widerstand und Opposition im 20. Jahrhundert" wurde als Dauerausstellung im Juni 1998 im Kreisauer Schloss eröffnet und hat seither eine erfreulich positive Resonanz gefunden. Sie zeigt die Ideen und das Wirken des Kreisauer Kreises und dessen Verbindung zu anderen Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus sowie ausgewählte Beispiele gesellschaftlicher und politischer Gruppen und Bewegungen in den Ländern des sowjetischen Blocks, die sich gegen den Kommunismus richteten.
An einer Tagung anläßlich der Eröffnung nahmen einige der Personen teil, die Gegenstand der Ausstellung sind:
- Freya von Moltke, die bei dieser Gelegenheit unterstrich, daß der deutsche Widerstand gegen den Nationalsozialismus erfolglos war und dennoch unbedingt notwendig;
- Jacek Kuron, nach seinem "Abschied vom Marxismus" lange Zeit die treibende Kraft der demokratischen Opposition in Polen;
- Nijole Sadunaite, die geheime Ordensschwester aus Litauen, die wegen der Mitarbeit an einer illegalen Zeitschrift zu sieben Jahren Lagerhaft verurteilt wurde;
- Tatiana Wielikanowa und Sergej Kowaliow, die viele Jahre die erste Moskauer Samisdat-Zeitschrift "Chronik der laufenden Ereignisse" redigierten und
- Renate Ellmenreich als Vertreterin der Jenaer Oppositionsgruppe.
Historiker und Experten führten in die zeitgeschichtlichen Bedingungen für Widerstand und Opposition ein - Andrzej Friszke (Warschau), Birute Burauskaite (Vilnius), Alexander Daniel (Moskau) und Konrad von Moltke.
Diese Ausstellung war das bis dahin größte Projekt der Kreisau-Initiative, sowohl im Hinblick auf den Arbeitsaufwand als auch das Finanzvolumen. Polnische Co-Autorin ist Katarzyna Madon-Mitzner vom Zentrum Karta in Warschau. Sie hat vor allem den - zumindest in der Recherche schwierigeren - "Ostteil" vorbereitet, sich aber auch in die Kreisauer Thematik eingearbeitet. Auch über die Lösungen der Breslauer Grafikerinnen Danuta Blahut-Bieganska und Agnieszka Kanafa sind wir sehr glücklich. Was jetzt zu sehen ist, ist somit ein in jeder Hinsicht gemeinsames Werk und das Ergebnis einer intensiven und freundschaftlichen internationalen Zusammenarbeit. Dazu gehören auch viele Menschen und Institutionen, die uns beraten und unterstützt haben - in Deutschland vor allem die Berliner Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Die Erstellung der Dauerausstellung wurde durch die Robert Bosch Stiftung gefördert.
Weitere Informationen zur Konzeption dieser Ausstellung
und zur Möglichkeit, die Tafeln der Wanderausstellung auszuleihen.
Projektkoordination
Ludwig Mehlhorn
c/o Kreisau-Initiative Berlin e.V.
c/o Allianz
An den Treptowers 3
12435 Berlin
Tel.: +49-30-53 83 63 61
Fax: +49-30-53 02 79 23

- Freya von Moltke und Jacek Kuron (im Vordergrund sitzend)

- Sergej Kowaljow, Tatiana Wielikanowa und Nijole Sadunaite (von links)

- Jacek Kuron: Ich habe mich immer als Erzieher verstanden. (hier mit der Abiturientin Esther Delp)