Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen 2009
geht an die Stiftung Kreisau und die Freya von Moltke-Stiftung
von Bernd Böttcher
Am 24. Oktober wurde in Braunschweig zum 33. Mal der Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen verliehen. Träger des Sonderpreises dieses Jahres waren die Stiftung Kreisau und die Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau. Seit 1977 werden mit dem Preis Leistungen von Kunst- und Kulturschaffenden gewürdigt, die aus Schlesien stammen oder deren Werk Bezüge zu Schlesien aufweist. Seit 1991 werden auch polnische Preisträger geehrt und die Verleihung des Preises trägt im Sinne der Aussöhnung und Verständigung zwischen Deutschen und Polen zur gemeinsamen Pflege und Weiterentwicklung des Kulturgutes Schlesiens bei. Inzwischen hat sich der Kulturpreis zu einem deutsch-polnischen Begegnungspreis entwickelt, der zum festen Bestandteil der Verständigung zwischen Deutschland und Polen gezählt wird.
Niedersachsen ist Schlesien und den Schlesiern besonders verbunden, da nach dem Zweiten Weltkrieg hier besonders viele deutsche Schlesierinnen und Schlesier Aufnahme gefunden und wesentlich zum Aufbau des Landes beigetragen haben. Das Bundesland hat inzwischen einen besonderen Bezug zur Freya von Moltke-Stiftung, vor allem deshalb, weil sein Ministerpräsident Herr Christian Wulff und die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Frau Dr. Margot Käßmann, dem Kuratorium angehören. Herr Dr. Christian Ahrens, Rechtsanwalt in Hannover, ist Mitglied des Stiftungsrats. Die Niedersächsische Lotto-Stiftung hat 2007 zu Gunsten der Freya von Moltke-Stiftung in der Markuskirche in Hannover ein Konzert mit der großartigen Pianistin Mitsuko Uchida veranstaltet. Dadurch konnte ein nennenswerter Betrag für die Arbeit der Stiftung bereitgestellt werden.
In seiner Laudatio wirft Staatssekretär a.D. Reinhard Scheibe einen Rückblick auf das Entstehen der Stiftung und der mit ihr verbundenen Institutionen in Deutschland. Zum Abschluss zitiert er Annemarie Cordes mit den Worten „Kreisau ist heute ein Ort von großem Zauber und zugleich eine betriebsame Werkstatt, wo vor allem die junge Generation ein Europa ohne Teilung erleben und erarbeiten kann. Aber die Kreisauer haben in Deutschland keine große Lobby.“ Das, so der Laudator weiter, soll sich möglichst ändern, denn mit der Verleihung des Kulturpreises Schlesien sollen alle die gewürdigt werden, die ihren Anteil an der herausragenden Arbeit für die deutsch-polnische Verständigung haben.

