Auf den Spuren des Kreisauer Kreises
Stadtrundgang durch Berlin
Berlin ist die eigentliche Wirkungsstätte des Kreisauer Kreises. Deshalb liegt es nahe, hier einen Stadtrundgang zu den Orten zu machen, an denen die Tätigkeit und das Schicksal der Mitglieder dieser Widerstandsgruppe nachvollzogen werden können.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Spenden zur Förderung unserer Bildungsarbeit nehmen wir gerne an.
Es ist sinnvoll, für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel eine Tageskarte zu lösen.
Treffpunkt ist der obere Bereich des S-Bahnhofes Botanischer Garten (S 1, Richtung Wannsee), Beginn 10.00 Uhr
Station 1:
Wohnhaus von Marion und Peter Yorck von Wartenburg
(Hortensienstr. 50, Berlin - Lichterfelde, 10 Minuten Fußweg von der Haltestelle Botanischer Garten).
Hier fanden unzählige Treffen der Kreisauer statt.
anschl. Bus M 48 bis Kleistpark
Station 2:
Kammergericht, ehemals Volksgerichtshof
(Elßholzstr. 30-33, Berlin – Schöneberg)
Hier fanden im Plenarsaal die Prozesse u.a. gegen Peter Yorck von Wartenburg (ermordet am 8. August 1944 in Plötzensee), Adam vonTrott zu Solz (ermordet am 26. August 1944 in Plötzensee), Adolf Reichwein (ermordet am 20. Oktober 1944 in Plötzensee) statt.
anschl. zehn Minuten Fußweg
Station 3:
Alter St. Matthäus – Kirchhof
(Großgörschenstr.)
Gedenkstein für die nach dem 20. Juli 1944 Ermordeten
Am Eingang des Friedhofs befindet sich ein kleines Café, wo wir eine Pause einlegen können.
anschl. S 1 bis Schöneberg, S 41 bis Beusselstr., Bus TXL
Station 4:
Gedenkstätte Ploetzensee
(Hüttigpfad 13627, Berlin-Charlottenburg)
Hier wurden die vom Volksgerichtshof Verurteilten hingerichtet.
Den Berliner Stadtrundgang haben wir erstmals am Volkstrauertag 1994 veranstaltet um so an den Kreisauer Kreis - vor allem an die vom Volksgerichtshof hingerichteten Mitglieder zu erinnern.
Die Kreisauer haben keine Gräber und keine Denkmäler, die sie dem Vergessen entreißen. Umso wichtiger ist die Erinnerung, mit der wir lebendig erhalten, wofür sie gelebt haben und gestorben sind. Dazu haben wir exemplarische Orte in Berlin aufgesucht, an denen sie gewohnt und gearbeitet haben, wo sie sich in ihrem oppositionellen Denken gegenseitig bestärkt haben, wo sie litten und schließlich ermordet wurden.
Vielleicht mag der eine oder andere sich selbst auf die Spuren der "Kreisauer" begeben. Im Folgenden finden Sie weitere dafür in Frage kommenden Orte aufgeführt. Interessierte können sich jederzeit an uns wenden oder an einem unserer nächsten Rundgänge teilnehmen.
Weitere Orte, die für die Kreisauer in Berlin wichtig waren:
Geschichtspark, Lehrterstr. (Berlin-Moabit)
Hier war Albert Haushofer ("Moabiter Sonette") wegen des Verdachts auf Beteiligung am Attentat auf Hitler und seiner Kontakte zum Kreisauer Kreis inhaftiert. Er wurde am 22.April 1945 erschossen.
Kohlenhandlung von Julius Leber
(Torgauer Straße 20, Berlin-Schöneberg)
Nach der Entlassung aus dem KZ konnte Leber hier seinen Lebensunterhalt verdienen, sie war aber auch konspirativer Treffpunkt
Amt Ausland/Abwehr
(Reichspietschufer 72-82, früher Tirpitzufer, Tiergarten)
Arbeitsplatz Moltkes
Köpenicker Str. 76 (Berlin-Mitte)
hier trafen sich Adolf Reichwein und Julius Leber im Juli 1944 mit Vertretern der KPD
Museum für Deutsche Volkskunde
(Unter den Linden 5, Berlin-Mitte)
Arbeitsstelle von Adolf Reichwein seit 1939
Auswärtiges Amt
(Wilhelmstr. 74-76, Berlin-Mitte)
das Gebäude (Arbeitsplatz von Hans Bernd von Haeften und Adam von Trott) lag an der Ecke der heutigen Niederkirchnerstraße
Gestapo-Hauptquartier
(Prinz-Albrecht-Str. 8, heute Niederkirchner/ Wilhelmstr. Kreuzberg)
Untersuchungshaftanstalt
Polizeigefängnis
(Lehrter Str. 3, Berlin-Tiergarten)
U-Haft Moabit
(Rathenower Straße/Seydlitzstr., Berlin-Moabit)
hier waren einige der Frauen nach dem 20. Juli 1944 inhaftiert
(sog. "Sippenhaft")
Projektkoordination
Brigitte Raff
Tel.: +49-30-8 22 11 14
Kreisau-Initiative Berlin e.V.
c/o Allianz
An den Treptowers 3
12435 Berlin
Tel.: +49-30-53 83 63 63
Fax: +49-30-53 02 79 23







