Musik im Nationalsozialismus

Musik in der Zeit des Nationalsozialismus

Verfolgung und Lebenswege jüdischer Komponisten und Komponistinnen

Ein armenisch-polnisch-deutsches Kammermusikprojekt für Musikstudentinnen und Musikstudenten

Kreisau, Breslau, Berlin, Eberswalde 5. - 15. September 2010

In Kreisau, dem einstigen Tagungsort des Kreisauer Kreises, werden Musikstudentinnen und Musikstudenten aus Polen, Deutschland und Armenien] mit den künstlerischen Leitern Elżbieta Sternlicht, Klavier  und Piotr Prysiaznik, Violine,  Werke NS-verfolgter und ermordeter Komponisten  erarbeiten. Über Sprachbarrieren hinweg finden junge Menschen sich zu gemeinsamen Aktivitäten zusammen. Sie beschäftigten sich mit den Biografien von Komponisten und KOmponistinnen, die in Konzentrationslagern interniert waren und ermordet wurden

In diesem Jahr stehen die Werke der Komponisten Ernst Toch (1887-1964, Exil), Szymon Laks (1901-1983, Auschwitzüberlebender), Joachim Mendelson (1892-1943, ermordet im Warschauer Ghetto) und Hans Gál (1890-1987, Exil) auf dem Programm.


Künstlerische Leiter

Elżbieta Sternlicht
Elżbieta Sternlicht absolvierte ihr Klavierstudium in Warschau und Paris. Seit 1977 lebt und wirkt sie in Berlin als freischaffende Musikerin und Dozentin an der Universität der Künste.

Piotr Prysiaznik
Piotr Prysiaznik, Absolvent der Musikakademie in Warschau und der Hochschule der Künste in Berlin, Stipendiat der Herbert-von-Karajan-Stiftung, Preisträger des internationalen Wronski-Violinwettbewerbs in Warschau, Mitglied des Paderewski-Klaviertrios, des Kammerorchesters "Concerto Avenna", und seit 1996 des Orchesters der Deutschen Oper Berlin und des Kammerorchesters "Streichsolisten der Deutschen Oper Berlin". Darüber hinaus unterrichtet er an der Musikhochschule in Breslau.


Leitung und Projektkoordination

Brigitte Raff
Nach dem Studium von Schulmusik und Geschichte unterrichtete sie an einem Gymnasium im Bezirk Berlin-Wedding. Seit 2005 ist sie ehrenamtliche Mitarbeiterin der Kreisau-Initiative Berlin e.V.


Mitwirkende Studentinnen und Studenten

Anna Malesza, Marta Wasilewicz, Noga-Sarai Bruckstein – Violine

Przemyslaw Pujanek – Viola

Anzhela Sargsyan, Mikolaj Cieslak, Lucián Moreno – Violoncello

Lilit Zakaryan - Klavier


Ziele des Projekts

1) Kompositionen NS-verfolgter Musiker/innen sollen ihren Platz in der Musikgeschichtsschreibung und im regulären Konzertprogramm finden.

Ziel  ist es, junge Nachwuchsmusiker und -musikerinnen aus Deutschland, Polen und Armenien mit Werken von Komponisten bekannt zu machen, die aus Deutschland und Polen und schließlich aus fast ganz Europa vertrieben oder in Konzentrationslager verschleppt und ermordet wurden und deren Namen und Werke selbst Studierenden an Musikhochschulen nicht bekannt sind. Die Kompositionen der meisten NS-verfolgten Komponisten sind immer noch nicht in das reguläre Musikleben integriert , sodass es  wichtig ist Musikstudent/innen als zukünftigen professionellen Musi-ker/innen ein neues musikalisches Fundament zu vermitteln, auf das sie in ihrem beruflichen Leben immer wieder zurückgreifen und als Multiplikatoren wirken können.

2) Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte unter dem Aspekt der Verfolgung

Die armenischen, polnischen und deutschen Workshopteilnehmer/innen geben vor dem Hintergrund der Geschichte ihrer Länder sich gegenseitig einen Einblick in die Problematik der Verfolgung und der politischen Emigration, vermitteln über Sprachbarrieren hinweg die unterschiedlichen nationalen  Sichtweisen und Empfindlichkeiten und lernen mit den Sensibilitäten des jeweils Anderen umzugehen.

3) Verständigung über europäische Grenzen hinweg

Die gemeinsamen Aktivitäten der Teilnehmer/innen – das Musizieren, die Erarbeitung der Biographien der Komponisten und die gemeinsame Gestaltung eines Konzertprogramms soll schließlich die Verständigung  und das Interesse an anderen Ländern und Völkern stärken.

Das Projekt Musik in der Zeit des Nationalsozialismus wird durch gefördert durch:
sowie durch die Paul-Woitschach-Stiftung und die Raff-Foerderreuther-Stiftung

Kontakt

Brigitte Raff

Tel.: +49-30-8 22 11 14

in Zusammenarbeit mit

Kreisau-Initiative Berlin e.V.

Sandra Hackert

c/o Allianz
An den Treptowers 3
12435 Berlin

Tel.: +49-30-53 83 63 61
Fax: +49-30-53 02 79 23

Öffentliche Konzerte

8. September 2010, 19:00 Uhr
Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau

10. September 2010, 19:00 Uhr
Universität Wrocław/Breslau, Oratorium Marianum

12. September 2010, 19:00 Uhr
Schwartzsche Villa, Grunewaldstr.55, 12165 Berlin-Steglitz

14. September 2010, 19:00 Uhr
Märchenvilla der EWE AG, Brunnenstr. 9, 16225 Eberswalde / Brandenburg