Gemeinsame Erklärung

der in Deutschland existierenden Kreisau-Initiativen

„Gegenüber der großen Gemeinschaft, dem Staat oder etwaigen noch größeren Gemeinschaften wird nur der das rechte Verantwortungsgefühl haben, der in kleineren Gemeinschaften in irgendeiner Form an der Verantwortung mitträgt, andernfalls entwickelt sich bei denen, die nur regiert werden, das Gefühl, dass sie am Geschehen unbeteiligt und nicht dafür verantwortlich sind, und bei denen, die nur regieren, das Gefühl, dass sie niemand Verantwortung schuldig sind als der Klasse der Regierungen.“

Helmuth James von Moltke 1939

Die Kreisau-Initiativen in Deutschland verstehen sich als selbständige, unabhängige Nichtregierungsorganisation. Sie wollen als Teil der Zivilgesellschaft aktiv beitragen zum Aufbau und zur Entwicklung der Stiftung Kreisau als einer lebendigen Werkstatt der deutsch-polnischen und europäischen Zusammenarbeit. In der deutschen Öffentlichkeit und in ihrem unmittelbaren Umfeld wollen sie als Lobby zu einer guten deutsch-polnischen Nachbarschaft beitragen und im Sinne der Kreisauer daran mitwirken, dass das Zusammenwachsen Europas nicht nur eine Frage von Institutionen, sondern des aktiven Beitrags seiner Bürgerinnen und Bürger ist. Kreisau/Krzyzowa ist ein Ort, an in der Erinnerung an den Kreisauer Kreis und die Bürgerrechtsbewegungen in den osteuropäischen Ländern aus der Vergangenheit gelernt und Brücken in die Gegenwart und die Zukunft gebaut werden.

Die Kreisau-Initiativen verpflichten sich in ihrer Arbeit auf die
Grundsätze der Satzung der Stiftung Kreisau:

"Zweck der Stiftung ist es, Aktivitäten zu initiieren und zu fördern, die auf ein friedliches und von gegenseitiger Toleranz geprägtes Zusammenleben der Völker, Gesellschaftsgruppen und einzelnen Menschen zielen. Dadurch soll das Gedankengut des Kreisauer Kreises tradiert und die europäische Verständigung gefördert werden.

Bei der Verwirklichung des Stiftungszwecks beachtet die Stiftung folgende Grundsätze:

  1. Förderung der deutsch-polnischen Versöhnung, der besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird
  2. Gestaltung und Verfestigung der gesamteuropäischen Verständigung
  3. Unterlassung und Überwindung jeder einseitigen politischen Tätigkeit, insbesondere der Politik einzelner Staaten, Organisationen oder politischer Richtungen
  4. Unterlassung und Überwindung der Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Nationalitäten, ethnischen Gruppen, religiösen oder weltanschaulichen Gruppierungen.“

(Kap. II, § 6 + 7)

Logo und Öffentlichkeitsarbeit
Um ein einheitliches Erscheinungsbild und die Gemeinsamkeit der Arbeit auch nach außen deutlich zu machen, streben alle Kreisau-Initiativen in Deutschland ein einheitliches Logo und einen gemeinsamen Internetauftritt an.

Netzwerk-Arbeit
Die in Deutschland tätigen Kreisau-Initiativen treffen sich einmal jährlich zum gemeinsamen Austausch. Das Treffen findet an den unterschiedlichen Orten der Kreisau-Initiativen statt und wird jeweils von den lokalen Gastgebern organisiert. Sie streben an, auch gemeinsame Projekte zu verwirklichen. Zu den Jahrestreffen sollen nach Möglichkeit auch Mitarbeiter/innen der Stiftung Kreisau und der polnischen Initiativen eingeladen werden.

Gründung weiterer Kreisau-Initiativen
Wir begrüßen die Entstehung weiterer Initiativen und laden sie zur Mitarbeit im Netzwerk der Kreisau-Initiativen ein. Namen und Logo „Kreisau-Initiative“ werden beim Bundespatentamt eingetragen und geschützt. Den Namen „Kreisau-Initiative“ können nur die Organisationen tragen, die einstimmig von den bestehenden Kreisau-Initiativen aufgenommen wurden.

Kreisau / Krzyżowa, am 14. November 2009

Für die Kreisau-Initiative Berlin: Annemarie Cordes

Für die Kreisau-Initiative Würzburg:Oliver Engelhardt

 

Zusätzlich anwesend waren:

Elke Erlecke (KI Karlsruhe i.Gr.),
Nick von Moltke (Kreisau-Foundation U.S.A.),
Jürgen Telschow (Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stiftung Kreisau)